Die zweite Welt

Der 16-jährige Florian verliert den Boden unter den Füßen, als sein Vater bei einem Unfall, den er mitansehen muss, ums Leben kommt. Immer wieder laufen die Bilder dieses schrecklichen Erlebnisses wie ein Film vor seinem inneren Auge ab. Im Garten seiner Großeltern sucht Florian Zuflucht. Als er dabei einschläft, verändert sich um ihn herum die Welt ...

Die Geschichte um Florians Trauer, seines stummen Schreis der Sehnsucht nach dem toten Vater, hat Peter Horn in einen mitreißenden Fantasyroman für Jugendliche gekleidet, der im Leser noch lange nachhallt.

 

 

 

 

„Das Buch ist nicht nur als spannende Lektüre zu empfehlen, sondern mag vielleicht sogar als Hilfe bei der Bewältigung eines schweren Schicksalsschlages hilfreich sein.“ (Martin Kalchhauser, NÖ Nachrichten, 10. März 2008)

 

 

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as Buch erzählt die Geschichte des 14-jährigen Florian, der nach dem Unfall­tod seines Vaters gemeinsam mit seiner Mutter bei den Groß­eltern lebt. Für Florian ist die Welt, in der er lebte und in der er sich sicher und geborgen fühlte, gekippt. Er fühlt sich verzweifelt, verloren und traurig. Er kann seine Gefühle nicht ein­ordnen und zieht sich meist in den hinteren Teil des Gartens der Großeltern zu­rück. Dort befindet sich ein altes steinernes Kreuz. Eines Tages schläft Florian bei dem Kreuz ein, und als er abends wieder aufwacht, hat sich die Welt um ihn herum auch im wahrsten Sinne des Wortes völlig verändert.  

 

Das Haus der Großeltern ist zu einem alten Wirtshaus geworden, die kleine Stadt rundum zu einer finsteren Moorlandschaft. Im Wirtshaus wird der verwirrte Flo­rian freundlich aufgenommen. Er macht die Bekanntschaft von Quassel, einem grü­nen, gummiballähnlichen Wesen, vom kleinen Zwiderwurz, einem zwer­gen­artigen uralten Männlein, das seinem Namen alle Ehre macht, und nicht zuletzt von Lisa, einem Mädchen in sei­nem Alter, das so wie Florian seine Eltern ver­lo­ren hat. Der Friede wird jedoch jäh durch den Überfall der Moorreiter unter­brochen, die Jonas entführen, einen Jungen, der im Wirtshaus zu Besuch war. Da Florian weder weiß, wo er sich befindet, noch, wie er eigentlich zu dem Haus im Moor gelangt ist, beschließt er, sich seinen neuen Freunden anzuschließen und auf die Suche nach Jonas und seinen Entführern zu machen.

 

Im Laufe der nächsten Tage halten Florian und seine Gefährten feuerentzündende Pixies, Werwölfe und Moorskelette und ein Ungeheuer in Atem, das in einer rie­sigen Höhle unter dem Moor nur in einem Tank mit einer speziellen Flüssigkeit exis­tieren kann. Die Freunde gelangen zum Quasseldorf, in dessen Nähe sich der sogenannte Himmelsfall befindet, der Sterbende an den ihnen zustehenden Ort bei den Sternen geleitet. Die weite Strecke bis zu der Festung, in der Thomasina Coal, Jonas´ Mutter, lebt, legen sie mit Hilfe eines hölzernen Flugvogels zurück, der ihnen vom mysteriösen Zauberer Xarthos zur Verfügung gestellt wird. Tho­masina Coal befehligt die Grenzfeste zur Ebene der Windmühlen. Das Herz dieser Festung stellt eine Bibliothek dar, in der das „Buch der lebenden Bilder“ aufbe­wahrt wird. Darin sind Zeichnungen von Kindern mit ihren Eltern gesammelt.

 

Nach einem weiteren Flugtag über die Ebene der Windmühlen verbringen Florian und die anderen die Nacht in eben einer solchen Mühle. Dort werden sie von seltsamen Skeletten überrascht, den „Knochensammlern“, die bei jeder Bewegung einzelne Knochen verlieren und wieder aufsammeln müssen. Sie werden über­wäl­tigt und zum „Schloss der Wünsche“ gebracht. Dort sieht sich Florian mit einem überaus verlockenden Angebot konfrontiert: Willigt er ein hier zu blei­ben, könnte er für immer mit seinem Vater zusammensein. Mit Hilfe des kleinen Zwiderwurz wi­dersteht Florian den unmöglichen Versprechungen und gelangt durch die Flammenhölle eines Waldbrands wieder ins Freie - nur, um sich auf den nahen Klippen einem Angriff von Mark, dem Piloten ihres ungewöhnlichen Flugvogels, ausge­setzt zu sehen. Im Verlauf dieses Kampfes findet Florian heraus, dass es sich bei Mark um keinen normalen Jungen handelt, sondern um ein roboterartiges künst­liches Wesen. Es wird auch klar, dass der Zauberer Xarthos für die Entführung von Jonas verantwortlich zeichnet.

 

Mit Herzklopfen nähern sich die Freunde dem Haus des Magiers, das sich am Fuße der Klippen befindet. Dort entdecken sie ein geheimes Labor, in dem nach der Vorlage gefangen gehaltener Kinder mit der Hilfe von Spinnen die Roboterwesen hergestellt werden. Alle diese Kinder sind Waisen wie Lisa oder Halbwaisen wie Florian und Jonas. Es kommt zu einer Auseinandersetzung mit Xarthos, in deren Verlauf die Szenerie um Florian abermals kippt. Das Haus ähnelt nun wieder mehr der Villa seiner Großeltern. Quassel und der kleine Zwiderwurz sind verschwun­den, Lisa nennt sich nun Elisabeth, und Jonas ist der Sohn der jüngst verunglück­ten Hauseigentümer. Florian findet Jonas´ Tage­buch und macht eine grausige Entdeckung: All seine Erlebnisse der letzten Tage sind dort eingetragen. Florian hat schlicht und einfach eine Geschichte erlebt, die sich Jonas in seinem Schmerz und seiner Trauer ausgedacht hat. Florian verfolgt Jonas in den weitläufigen Keller des Hauses und stößt dort auf wurmartige Monster, die  „Brutstätte seiner Ideen“. Es kommt zur letzten Konfrontation, in deren Verlauf Jonas wieder zu dem kleinen, einsamen, wütenden und mit seinem Schicksal hadernden Kind wird, das er ja ei­gent­lich ist. Er war es, der sich all die Ungeheuer und gefährlichen Szenen ausge­dacht hat. Er ist es, der sich nun Florians Überzeugung widersetzt, dass es in jeder Persön­lichkeit auch gute Seiten gibt. Und die sogenannten „Lichtfresser“ drohen, Florian und die Welt um ihn herum zu verschlingen ...

 

Die Szenerie kippt ein letztes Mal und Florian befindet sich wieder in seiner Wirk­lich­keit. Er hat gelernt, seine Situation und den Tod des geliebten Vaters zu akzep­tieren. Er weißt, dass er ihn nie vergessen wird, dass das Leben aber weitergehen muss. Und dass ihm dies gemeinsam mit seiner Mutter und den Großeltern besser gelingen wird als allein.     

          

Die zweite Welt

Erschienen im November 2007 als Book on Demand

ISBN 978-383-701377-1 … 312 Seiten … Euro 18,-

 

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